PoliscanSpeed

Bei dem Messgerät PoliscanSpeed handelt es sich um einen Laserscanner und das derzeit wohl am heftigsten umstrittene Messgerät in Deutschland. Trotzdem wird es von der Mehrzahl der Gerichte derzeit als standardisiertes Messverfahren angesehen. Das Gerät und die Basissoftware erfuhren im Laufe der Jahre mehrere Änderungen, derzeit sind die Versionen 3.2.4 und 3.7.4 gängig, in Hessen wird auch noch mit der Version 1.5.5 gemessen.

Wie funktioniert das Gerät?

Die Fahrzeugerfassung basiert auf einem sog. LIDAR, welcher während der Messung fest verbaut ist und in einem gebündelten Strahl kurze Lichtimpulse aussendet. Durch die Reflexion der Strahlen sendet das detektierte Fahrzeug Entferungsdaten an das Messgerät zurück. Dies erfolgt mit einer sehr hohen Wiederholungsrate, so dass eine Art Bewegungsprofil des Fahrzeuges erstellt wird. Aus der Menge an Einzelmessungen wird dann eine Durchschnittsgeschwindigkeit berechnet und wenn diese höher ist als der voreingestellte Geschwindigkeitsgrenzwert, erfolgt eine fotografische Dokumentation.

In das Foto wird ein Auswerterahmen eingezeichnet, anhand dessen man die Plausibilität einer Messung überprüfen können soll. So soll eine korrekte Messung vorliegen, wenn

  • der Auswerterahmen das Kennzeichen und/oder ein Vorderrad umfasst,
  • sich keine Teile anderer Fahrzeuge im Rahmen befinden und
  • sich die Unterkante des Rahmens unterhalb der Vorderräder befindet.

Soweit die Theorie, der sich leider ohne größere Prüfung viele Gerichte anschließen.

Welche Schwachstellen gibt es?

Hierüber könnte man derzeit wohl ganze Bücher schreiben. Folgende Probleme mit dem Messgerät sind derzeit vorwiegend Gegenstand von Auseinandersetzungen mit Bußgeldbehörde und Gericht:

Das Messgerät bezieht in einem Teil der Messungen Messwerte ein, die außerhalb des zulässigen Messbereiches von 50 m bis 20 m vor dem Messgerät gewonnen werden. Damit arbeitet das Gericht nicht nach den Vorgaben der Gerätezulassung und ist schon daher kein standardisiertes Messverfahren mehr.

Das maßgebliche Beweismittel, das Tatfoto mit Auswerterahmen, wird nicht durch das Messgerät bzw. die Messsoftware selbst generiert, sondern durch die Auswertesoftware („TUFF-Viewer“). Diese Auswertesoftware ist jedoch nicht Bestandteil der Gerätezulassung und somit weder geprüft noch geeicht. Auch dies führt nach hiesiger Auffassung dazu, dass von einem standardisierten Messverfahren keine Rede sein kann.

Anhand der Auswertung von Zusatzdaten zur Messung konnte ermittelt werden, dass diese Daten teils erheblich und in Einzelfällen sogar über die Eichfehlergrenzen hinaus von dem angezeigten Messwert abweichen. Auch daher handelt es sich nicht um ein eichfähiges Gerät.

Wie lassen sich Fehler aufdecken?

In einigen Bundesländern, z.B. Berlin und Brandenburg, gibt es zumeist die Möglichkeit der Online-Einsicht in die Beweisfotos, anhand derer eine erste kursorische Prüfung vorgenommen werden kann. Dies gehört zum Leistungsumfang unserer kostenlosen Ersteinschätzung. Anhaltspunkte für Fehlmessungen, die sich nicht unmittelbar aus den Bildern ergeben, können nur im Wege der Akteneinsicht und weiteren Sachverhaltsaufklärung durch den Rechtsanwalt ermittelt werden. Hier arbeiten wir auch eng mit technischen Sachverständigen zusammen, welche die Messungen überprüfen.

weiterführende Hinweise / Gerichtsentscheidungen

[02.01.2017] PoliscanSpeed, die PTB und die Bußgeldbehörde – lachen oder weinen?

[29.11.2016] Freispruch des AG Mannheim – Grenzen der Gerätezulassung überschritten

[04.08.2014] Freispruch des AG Bremen – Auswertesoftware nicht geeicht

kostenlose Erstanfrage

Die Kontaktaufnahme ist unverbindlich. Sie gehen kein Risiko ein. Mit Absenden des Formulars entsteht noch kein Mandatsverhältnis. Hierdurch entstehen keine Kosten. Viele Bußgeldbehörden ermöglichen mittlerweile einen Online-Zugang zu den Beweisfotos. Anhand derer kann eine Vorabprüfung vorgenommen werden. Bitte übersenden Sie uns daher - falls technisch möglich - gerne das aktuellste Schreiben der Bußgeldbehörde im Anhang. Ihre Daten behandeln wir selbstverständlich vertraulich.

Die Ersteinschätzung erfolgt in aller Regel binnen eines Werktages. Sollten innerhalb kurzer Zeit Fristen ablaufen, melden Sie sich bitte unbedingt zusätzlich telefonisch bei uns!

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(Bitte geben Sie hier die Messstelle an, die in den Schreiben der Bußgeldbehörde genannt wird.)

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(Diese Angabe dient der schnellen Einschätzung, ob unverzügliche Schritte eingeleitet werden müssen. Bitte beachten Sie die Einspruchsfrist von 14 Tagen bei Bußgeldbescheiden!)

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